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Die Komposition




12 Teile umfasst das Werk. Nicht zufällig wählte Friedbert Wissmann diese Zahl. Sie symbolisiert zugleich den Jahreszyklus und die mystische Vermählung des Göttlichen in der Zahl Drei mit dem Weltlichen in der Zahl Vier. Dies spiegelt sich in der Komposition wider. Inspiriert vom Klang mittelalterlicher Knochenflöten setzt der Komponist archaische Tonskalen gegen flächige Klangstrukturen, die erst in der Moderne möglich wurden. Alt und Neu stehen in der Musik wie in unserem Leben im Kontrast zueinander und werden doch eins - so wie die Zahl zwölf in sich widersprüchlich ist und doch alles zu einem Ganzen zusammenfasst.

Die Entstehung

Am 10. und 11. Oktober 2008 wird das Kammerensemble des Universitätschors der TU Dresden unter der Leitung Maja Sequeiras ein besonderes Projekt verwirklichen, die Uraufführung der Komposition „If There Be Nothing New“ des Dresdner Komponisten Friedbert Wissmann. Diese circa anderthalb Stunden umfassende Vertonung von Shakespeare-Sonetten wird vom Chor, einem fünfstimmigen Holzbläsersatz und den Jazzmusikern Günter Baby Sommer und Andreas Scotty Böttcher zum Leben erweckt. Eine ausgewogene Lichtkomposition sowie die Inszenierung des Raums durch Bühne und Kostüme runden das Werk Wissmanns ab.

Durch die engagierte Probenarbeit Maja Sequeiras und durch zahlreiche herausragende Konzerte auf den Chor aufmerksam geworden, trat der Komponist an die Leiterin heran und schlug ihr vor, ein Werk für den Chor zu schaffen. Dieses Angebot stieß sofort auf offene Ohren, war doch Maja Sequeira schon lange auf der Suche nach einer passenden zeitgenössischen Komposition, die es dem Chor erlauben sollte, sich auf diesem Gebiet der Musik weiter zu profilieren. Daher entschied sich der Chor, Friedbert Wissmann einen Kompositionsauftrag zu erteilen.

Das Konzept für das Werk entwickelte Friedbert Wissmann in enger Zusammenarbeit mit der Chorleiterin Maja Sequeira.

Die Entstehung (2)

Die grundlegende Fragestellung, die das Stück dabei verfolgen wird, ist die nach dem Individuum in seiner Stellung zur Welt. Paradigmatisch für diese Problematik erschienen Friedbert Wissmann die Sonette Shakespeares – Gedichte, die die Themenvielfalt des menschlichen Daseins beleuchten. In der zwölfteiligen Komposition wird eine Auswahl aus diesen Sonetten vertont. Die Nichtigkeit des Einzelnen in der Ewigkeit der Zeit wird seiner unendlichen Bedeutung in der Liebe gegenübergestellt. So erscheint das Individuum zugleich als ein Nichts und ein Alles. Die emotionale Auseinandersetzung, die die Musik leistet, pendelt zwischen diesen beiden Polen. Der ganze weite Raum menschlicher Gefühle wird so geöffnet.

Die Komposition verdeutlicht die dabei zu Tage tretenden Kontraste. Nicht die klassischen Tonarten prägen die Melodieentwicklung, sondern von mittelalterlichen Knochenflöten inspirierte Tonskalen treiben die dramaturgische Entwicklung der Komposition voran. Der klassische vierstimmige Satz steht im Kontrast zu flächigen Klangstrukturen, genauso wie die durchkomponierten Partien des Chores einen Gegenpol zu den Improvisationen des Jazz-Schlagzeugers Günter Baby Sommer und des Multi-Instrumentalisten Andreas Scotty Böttcher bilden. Die sphärischen Klänge, die er am Vibraphon erzeugt, bilden eine wesentliche Facette im Klangspektrum der Komposition. Dasselbe gilt für das um zahlreiche Elemente erweitere Schlagwerk Günter Baby Sommers. Abgerundet wird das Instrumentarium durch einen fünfstimmigen Holzbläsersatz. Trotz der gewollten Gegensätze in der Komposition zerfällt das Stück nicht in unvereinbare Teile. Das gelingt dadurch, dass die Impulse für die Entwicklung der Musik immer wieder vom Chor ausgehen, auf den die anderen Musiker reagieren, so dass aus dem Wechselspiel der einzelnen Akteure eine spannungsvolle Einheit erwächst.

Die Entstehung (3)

Die Komposition verdeutlicht die dabei zu Tage tretenden Kontraste. Nicht die klassischen Tonarten prägen die Melodieentwicklung, sondern von mittelalterlichen Knochenflöten inspirierte Tonskalen treiben die dramaturgische Entwicklung der Komposition voran. Der klassische vierstimmige Satz steht im Kontrast zu flächigen Klangstrukturen, genauso wie die durchkomponierten Partien des Chores einen Gegenpol zu den Improvisationen des Jazz-Schlagzeugers Günter Baby Sommer und des Multi-Instrumentalisten Andreas Scotty Böttcher bilden. Die sphärischen Klänge, die er am Vibraphon erzeugt, bilden eine wesentliche Facette im Klangspektrum der Komposition. Dasselbe gilt für das um zahlreiche Elemente erweitere Schlagwerk Günter Baby Sommers. Abgerundet wird das Instrumentarium durch einen fünfstimmigen Holzbläsersatz.

Die Entstehung (4)

Trotz der gewollten Gegensätze in der Komposition zerfällt das Stück nicht in unvereinbare Teile. Das gelingt dadurch, dass die Impulse für die Entwicklung der Musik immer wieder vom Chor ausgehen, auf den die anderen Musiker reagieren, so dass aus dem Wechselspiel der einzelnen Akteure eine spannungsvolle Einheit erwächst.

Die große Intensität, die von der Musik auf diese Weise ausstrahlt, findet weitere Unterstützung in der Inszenierung des Raums. Durch eine gestaffelte Bühne, die von einer großflächigen Bühnenmalerei hinterfangen wird, entsteht ein emotionaler Raum, der in seinem Zentrum durch die Kostüme des Chores eine zusätzliche Belebung erfährt. Bühnenbild als äußerer und Kostüme des Chores als innerer Fixpunkt bieten dem Zuschauer die Möglichkeit, immer neue assoziative Linien zwischen diesen Punkten zu spinnen. Die Emotionalisierung des Raumes findet in einer sensibel auf die Musik abgestimmten Lichtinszenierung ihre Vollendung

Während das Publikum das Werk auf allen seinen Ebenen erlebt, begreift es, dass die Antwort auf die grundlegende Frage der Komposition nicht rational gegeben werden kann, sondern sich erst mit dem Bewusstsein der Gefühle und der Befreiung dieser entwickelt.

Inhalt

Maja Sequeira

Maja SequeiraMaja Sequeira, in Dresden geboren, studierte an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden Chordirigieren bei Hans-Dieter Pflüger und Matthias Geissler, Orchesterdirigieren bei Siegfried Kurz und Gesang bei Jürgen Hartfiel und Karin Mitzscherling.

Schon während des Studiums arbeitete sie als Assistentin der Singakademie Dresden und des Universitätschores Dresden, dessen künstlerische Leitung sie 1993 übernahm. Sie gab dem Chor durch Spezialisierung auf die Chorsinfonik jenseits des gängigen Repertoires ein neues Profil.

Auch auf dem Gebiet der Alten Musik setzte sie zusammen mit dem Kammerensemble des Universitätschores Dresden Akzente, wofür eigens ein Instrumentalensemble mit historischen Instrumenten, die Capella academica Dresden, gegründet wurde. Seit 2002 leitet sie mit selbigem Orchester eine Konzertreihe, die sich den für den Dresdner Hof komponierten Karwochenoratorien Johann Adolf Hasses widmet.

Lehrerfahrungen sammelte sie in den Jahren 2001/2002 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, wo sie Chorleitung unterrichtete. Seit Januar 2003 ist sie ferner künstlerische Leiterin der Singakademie Chemnitz. Unter dem Dirigat von Maja Sequeira musizierte das Universitätsorchester Dresden, die Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach, die Neue Elbland Philharmonie sowie das Orchester des Theaters Freiberg. Konzertreisen mit dem Chor führten sie nach Italien, Spanien und Frankreich, wobei sie für hervorragende künstlerische Leistungen 1996 beim III. Internationalen Chorfestival "Orlando di Lasso" in Rom den Dirigentenpreis erhielt.

Eindrücke

Impressum

Universitätschor Dresden e.V.   Die Durchführung dieses  
Künstlerische Leitung Maja Sequeira Projektes wird unterstützt durch die Gesellschaft von Freunden und
Vorstandsvorsitzende Carola Gellrich   Förderern der TU Dresden,
Anschrift Mommsenstrasse 6   das Studentenwerk Dresden,
  01062 Dresden   die Landeshauptstadt Dresden,
Kontakt 0351 / 463 341 43   Kulturamt
  0351 / 463 343 68    
  office[at]unichor-dresden.de Ausstattung der Aufführung  
  www.unichor-dresden.de Kostüme UmBAU
      Kostüm Dekoration Grafik
Programmheft     Janet Schlüßler
Satz, Layout Janet Schlüßler Bühne Jens Pischke
  www.umbau-deko.de Licht, Ton BEST
Fotos Jens Pischke   www.b-est.net
Texte Jan-David Mentzel    
    Der Universitätschor Dresden e.V. ist Mitglied im
Verband Deutscher Konzertchöre VDKC
Website      
  Martin Zitzmann    
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